Geschichte des Schuhs: Die Frühe Neuzeit
Geschichte des Schuhs, Teil 4: Frühe Neuzeit (17. und 18. Jahrhundert)
Plateauschuhe
Im 17. Jahrhundert gab es die erste Schuhe mit Absätzen, zuvor kannten man schon Plateauschuhe: Nachdem sich Schuhe mit Plateausohlen (Zoccoli) von Spanien ausgehend nach ganz Europa verbreitet hatten, erreichten sie in Venedig mit unglaublichen 40cm hohen Sockelschuhen ihren absoluten Höhepunkt.
Absatzschuhe
Der Absatzschuh gab den Männern des 17. Jahrhunderts die Möglichkeit, größer zu wirken. Die Frauen schätzen diese neue Schuhform, weil durch die veränderte Körperhaltung das Dekolleté betont wurde und der Gang sexier wirkte. Zu dieser Zeit trugen die Herren jedoch prinzipiell die höheren Absätze. Insgesamt variierten die Absatzhöhen bei beiden Geschlechtern stark.
Herkunft des Absatzes
Woher der Absatz an den Schuhen kam, ist jedoch bis heute ungeklärt. Vielleicht wurden die Absätze erfunden, weil es das Reiten in den Steigbügeln vereinfachte: Man konnte den Steigbügel einfach zwischen Absatz und Schuh einkeilen. Es könnte aber auch sein, dass die Absätze dazu dienten, sich vor Schmutz auf den Straßen zu schützen, denn in mittelalterlichen Städten gab es keine Kanalisation. Die Absätze waren zumeist entweder aus Kork oder aus Holz.
Trendsetter: Der französische Hof
Im 18. Jahrhundert orientiere sich die Schuhmode stark daran, was am französischen Hof gerade getragen wurde. Es gab prunkvolle Schuhe aus Brokat, Seide oder Leder, die oft noch mit Stickereien oder Bemalungen verziert wurden. Auch Edelstein-Spangen waren am Hof keine Seltenheit. In der Zeit der Französischen Revolution trug man plumpe Holzschuhe, doch bald nach der Revolution kehrten die Extravaganzen zurück: Zwar waren die Absätze niedriger und das weiche Leder weniger reich verziert, aber so waren die Schuhe auch komfortabler zu tragen.
Der Rechts-Links-Unterschied
Heute erscheint es uns selbstverständlich, dass der linke Schuh eine andere Passform hat, als der Rechte. Obwohl schon die Griechen und Römer die von der natürlichen Fußform vorgegebene spiegelsymmetrische Form der beiden Schuhe kannte, wurde im Laufe des 17. Jahrhunderts gleiche Schuhe produziert. Im Mittelalter war der Rechts-Links-Unterschied noch geläufig, warum er im 17. Jahrhundert verschwand, bleibt ein Rätsel. Die daraus resultierenden Fußschäden fielen dem Arzt Petrus Camper bereits 1796 auf. Doch erst 60 Jahre später sorgte eine Streitschrift des Mediziners Hermann von Meyer für die Renaissance des Rechts-Links-Unterscheidung im Schuhbau.
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Basiert auf eigener Recherche und Informationen aus Wikipedia.de.
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Hier einige Literaturtipps:
Der verführerische Schuh : Modetrends aus vier Jahrhunderten / Jonathan Walford, Heidelberg 2007.
Die mittelalterlichen Schuhe aus Schleswig : Ausgrabungen Schild 1971 – 1975 / von Christiane Schnack, Neumünster 1992.
Schuhe : vom späten Mittelalter bis zur Gegenwart / hrsg. vom Bayerischen Nationalmuseum München. Saskia Durian-Ress, München 1991
Paul Weber: Schuhe. Drei Jahrtausende in Bildern. Aarau: At Verlag, 1994
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